Heilsame Wirkung der Musik bei alten Menschen

Schüler der Berufsfachschule des Mädchenwerks Zwiesel e.V. lernen, wie durch Singen alte Menschen berührt und aktiviert werden können

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Jonas Schiller (mi.) und Verena Franz (re.) bedankten sich bei Evamaria Molz (li.) für den interessanten Vortrag

Musik machen kennt keine Altersgrenzen, ganz im Gegenteil: Singen und Musizieren hat eine gesundheitsfördernde Wirkung auf Körper, Geist und Seele. Musik- und Tanzpädagogin Evamaria Molz stellt das Projekt „Frau Musica kennt kein Alter“ der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) an der Berufsfachschule für Altenpflege vor.

„Musik berührt alle Menschen und es begleitet uns ein Leben lang“. Mit diesen Worten startete Eva-maria Molz den Vortrag in der Abschlussklasse der generalistischen Pflegeausbildung. Singen und Musizieren mit einfachen Instrumenten benötigt keine Vorkenntnisse, es kann immer und jederzeit zum Einsatz kommen. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: das Musizieren aktiviert ein emotionales Leben, es ermöglicht Erfolgserlebnisse, es fördert die Gemeinschaft und wirkt identitätsstiftend. Eva-maria Molz zeigte auf, dass Singen vor allem bei den heute Hochbetagten in deren jungen Jahren im-mer eine wichtige Rolle spielte, z.B. als Kontrast zu einem schweren Alltag, im Rahmen der Kirche, bei Hochzeiten oder einfach der Geselligkeit halber. Aus diesem Grund hat sich das Projekt das Ziel gesetzt, flächendeckend Musikanimateur/inne auszubilden, um mindestens einmal wöchentlich in den Seniorenheimen eine Musikstunde abhalten zu können. Weiterhin ist im Rahmen des Projektes ge-plant, dass auch für zuhause lebende Senioren Mitmach-Veranstaltungen zum Singen, Musizieren und Tanzen angeboten werden oder durch Fahrdienste oder Konzertbegleiter auch älterer Menschen am öffentlichen Kulturleben teilnehmen können und so generationenübergreifend in das gesellschaftliche Leben eingebunden bleiben. Frau Molz ermunterte die Schüler/innen gleichzeitig, dass nicht nur die wöchentliche Musikstunde mit einem ausgebildeten Musikanimateur zum Wohlbefinden der Bewoh-ner beiträgt; es kann auch mal ein Ständchen mit der Pflegekraft bei der Körperwaschung sein, was die Stimmung der Bewohner gleich deutlich aufhellen kann.
Frau Molz verdeutlichte zum Schluss aber auch, dass Musiktherapie nicht nur für die Altenpflege-schüler interessant ist, sondern langsam auch in Krankenhäuser einen immer höheren Stellenwert be-kommt. Gerade in der Krebstherapie wird diese Therapiemethode immer häufiger eingesetzt.

Christine Stoiber